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Am Rande des Harzes gibt es zahlreiche Fundstellen von ur- und frühgeschichtlichen
Siedlungen. Die Besiedelung des Harzgebietes selbst begann aber erst vor rund
1000 Jahren.
Anfang des 10. Jahrhunderts nahmen die sächsischen Könige das bis dahin
herrenlose Gebirge in ihren Besitz, um es, wie es Königen gebührt, als
Jagdrevier zu nutzen. Bereits zu dieser Zeit gab es Handelsstraßen, welche um
den Harz herumführten und die die an seinem Rand liegenden Pfalzen und Königshöfe
miteinander verbanden. Nur wenig später entstanden die ersten Verbindungen quer
über den Harz, anfangs lediglich als schmale Pfade, wie z.B. die Wege von
Wallhausen nach Meisdorf; von Nordhausen nach Goslar und von Osterode nach
Goslar. Eine ebenfalls schon aus dieser Zeit stammende Verkehrsroute ist die so genannte
"Klausstraße", deren Verlauf etwa der heutigen Bundesstraße
242 entsprach.
Die Besiedlung des Harzes erfolgte im Gegensatz zu seinem Umland erst im
Hochmittelalter. Durch Rodungen entstanden inselförmige, landwirtschaftlich
nutzbare Flächen und Siedlungsgebiete. Aus dieser Zeit stammen Ortsnamen, die
auf -rode, -schwende,- hagen oder -feld enden ( -schwende: Brandrodung - Feuerschwende).
Im Jahre 968 entdeckte man bedeutende Vorkommen von Silbererz am Rammelsberg
bei Goslar und begann daraufhin mit dem Erzabbau. Dies bewirkte einen
wirtschaftlichen Aufschwung der Region. Die Landesherren vergaben Erzlagerstätten
als Lehen an Klöster, Städte und Verbände. Die Stadt Goslar gelangte in recht
kurzer Zeit zu einem gewissen Wohlstand, auch im Zusammenhang mit ihrer
politischen Bedeutung (Kaiserpfalz). Ab dem 12. Jahrhundert erfolgte der Bergbau
auch im Mansfelder Land, ab dem 13. Jahrhundert im Oberharz und ab dem 14.
Jahrhundert in der Gegend um Stolberg.
Der Erzabbau erforderte große Mengen an Wasser. Eine kontinuierliche
Versorgung der Gruben wurde durch das Anlegen von künstlichen Teichen und von
Kanälen ermöglicht. Ebenso war der Bedarf an Holz sehr hoch (Verhüttung des
Erzes, Abstützen der Gruben). In der Folge wurden große Waldflächen
abgeholzt.
Bedingt durch Kriege und Seuchen wie die Pest kam etwa Mitte des 14.
Jahrhunderts der Bergbau zum Erliegen. Zu Beginn der Neuzeit begann eine zweite
Blütezeit des Bergbaus im Harz. Mit der Aussicht auf Privilegien wurden
zielgerichtet Arbeitskräfte aus dem Erzgebirge angeworben. Noch heute zeugt die
Oberharzer Sprachinsel von der Ansiedlung meist sächsischer Bergleute. Die
Oberharzer Bergstädte erhielten als besondere Privilegien die
"Bergfreiheit". Diese umfaßte u.a. Steuerfreiheit und gewerbliche
Sonderrechte. Begünstigt waren die Städte St. Andreasberg, Grund (heute Bad
Grund), Clausthal, Zellerfeld, Wildemann, Lautenthal und Altenau.
Mit der Erschöpfung der Erzvorkommen setzte eine wirtschaftliche Notlage
ein, die Menschen wanderten aus der Harzregion aus. Eine Ersatz-Industrie konnte
nicht rechtzeitig und in ausreichendem Maße aufgebaut werden. Erst ab Mitte des
19. Jahrhunderts erfolgte mit dem sich entwickelnden Fremdenverkehr ein neuer
wirtschaftlicher Aufschwung, besonders nach dem Bau der Harzer Schmalspurbahnen
zum Ende des Jahrhunderts. Doch trotz der herrlichen Natur, des günstigen
Klimas und zahlreicher Sehenswürdigkeiten blieb der Harz eine der ärmeren
Gegenden Deutschlands.
Nach dem Ende des zweiten Weltkrieges wurde auch der Harz in "Ost"
und "West" geteilt. Für die weitere wirtschaftliche
Entwicklung war dies keine ideale Voraussetzung. Auch mehr als zehn Jahre nach
Überwindung der deutschen Teilung ist der Prozeß des Zusammenwachsens von
"Ost-" und "West"-harz noch nicht
abgeschlossen.
Quelle:
h-a-r-z.de DAS HARZER WEB-PORTAL
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