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"Die Grafschaft Falkenstein war auch in die Ereignisse der Revolution
von 1848/49 einbezogen. Die Frondienste belasteten die Bauern nicht wenig. Auf
der anderen Seite standen die Verwaltungsverpflichtungen, die
Patrimonialgerichtsbarkeit, der Bau von Schulen und Kirchen sowie die Bezahlung
von Lehrern, Pastoren und Kantoren, die der Graf zu tragen hatte. Ohne den
gewaltigen Ausbau der Infrastruktur durch Graf Ludwig wäre die Not sicher viel
größer gewesen. Aus diesem Grunde müssen die Ereignisse der Revolution in der
Grafschaft Falkenstein differenziert betrachtet werden. Zwar zogen am 27. März
1848 über 300 bewaffnete Pansfelder vor das Meisdorfer Schloss; sie forderten
vom Grafen jedoch nur Zugeständnisse in Kirchen- und Gemeindedingen. Der Graf
willigte zunächst ein, nahm jedoch später seine Zusagen wieder zurück. Als
Freund des Königs hielt Ludwig während der Revolutionsjahre treu zum Monarchen
und arbeitete aktiv an der Spitze des Treuebundes. Gleichzeitig blieb er seinen
Prinzipien der Verantwortung gegenüber anderen treu. Eine Anekdote jener Zeit
belegt dies: Ludwig war mit seinem Namensvetter Ludwig von Westfalen befreundet,
der bei ihm hohe Kreditschulden hatte. Um diese zu tilgen, schlug der Graf vor,
ihm für die Erziehung seiner zehn Kinder die beiden Töchter Jenny und Linette
von Westfalen als Kindermädchen nach Meisdorf zu schicken. Ludwig willigte ein,
und so kamen die beiden Schwestern auf das Schloss. Jenny erhielt für ihre
treuen Dienste und wegen der unsicheren Verhältnisse ihres Mannes eine
lebenslange Rente (bis 1881). Der in unsicheren Verhältnissen lebende Mann war
kein anderer als Karl Marx."
Aus Sven Frotscher Burg Falkenstein und Schloss Meisdorf
www.burg-falkenstein.de/
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